Quit, or not Quit?
Die Kontroverse um Facebook geht weiter. Doch wird mal wieder nur an der Symptomatik rumgedoktort.
Die Revolution gegen Facebook läuft in vollem Gange. Die Datenschutzdiskussion heizt die unterschiedlichen Lager immer weiter auf. Und wie immer wird um den heißen Brei diskutiert. Denn das Problem liegt nicht in, um oder um Facebook herum. Das Problem ist ein ganz anderes.
Derzeit heisst das Ziel der Ungnade Facebook und indirekt auch dessen Gründer Mark Zuckerberg. Wie wird das Ziel des Hasses und der Verunsicherung morgen heissen?
Im Grunde sollte es hierbei nicht um Facebook, StudiVZ, Wer kennt wen oder was auch immer gehen. Unabhängig von den technischen (Un-)möglichkeiten, die zu Datenlecks, schlechten Datenschutzbedingungen oder ähnlichem, ist der User eines Social Networks immer noch Dreh– & Angelpunkt der Sache.
Ich sage es (und ich wiederhole mich) mit einem Wort: MEDIENKOMPETENZ.
Aus einem Netzwerk auszutreten oder entsprechende Propaganda zu verbreiten führt nur noch mehr in die Verunsicherung hinein. Und seien wir ehrlich. Facebook verlassen, um sich dann vertrauensvoll in die Hände eines anderen Netzwerks zu geben ist doch vergleichbar mit Teufel und Belzebub.
Es ist zweifellos ein große Verantwortung mit Daten von Menschen umzugehen. Und es gehört auch das entsprechende Verantwortungsgefühl dazu, dafür zu sorgen, dass man das Vertrauen der Menschen eines solchen Netzwerks nicht missbraucht. Das ist es was man dem Betreiber eines Social Networks ankreiden kann.
Doch darf man eines nicht vergessen. Es sind EURE Daten. IHR geht damit um. Seid Euch doch einfach einmal darüber im klaren, wenn Ihr Eure intimsten Informationen in ein Webformular schreibt. Mittlerweile sollte es nämlich auch beim letzten Digital-Hinterweltler angekommen sein, dass Daten im Netz fast jedem zugänglich sein können und so manches noch jahrzehntelang auffindbar ist.
Also nehmt Euren Verstand und überlegt Euch lieber, wie Ihr in Zukunft mit Euren Daten umgeht.
Boykott ist sicher der falsche Weg. Offen Diskussion ist gut. Polemik und Zickigkeit ist kontraproduktiv.
Wenn Ihr bereit seid Euer Leben einer Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, dann dürft Ihr hinterher auch nicht jammern.
Und zum Schluss geht mein Appell dahingehend auch an die Politiker jedes Landes:
Sorgt dafür, dass Pädagogen und Lehrer und letztendlich auch Politiker selbst mehr Medienkompetenz bekommen. Vor allem die Jugend ist rein technisch gesehen den meisten Lehrern und Eltern längst davongefahren. Ist aber möglicherweise nicht in der Lage die Folgen richtig abzuschätzen, da die nötige soziale Erfahrung fehlt. Hier ist meines Erachtens der Ansatz.
Nicht im Boykott.
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