Noch eins?
Wieviel Social Networks verträgt das Internet noch?
Es klingt nicht schlecht. Mit Diaspora soll es ein Art Anti-Facebook geben, deren Initiatoren sich für Datenschutz und Open Source aussprechen.
Alles wunderbar. Wer bisher sich nicht wagte zu Facebook zu gehen, weil dieses besonders durch die jüngsten Schlagzeilen einen eher zweifelhaften Ruf hat und sonst kein anderes Social Network nutzt, könnte durchaus bei Diaspora landen.
Der ein oder andere Facebook-Member wird sicher auch überlaufen. Doch im Ernst. Wer mittlerweile besonders aktiv mit den Netzwerken arbeitet und sich hier und da bereits einen ordentlichen Social Graph aufgebaut hat, wird doch nicht noch einmal damit anfangen wollen.
Es ist wie mit den Chatdiensten. Überall benötigt man einen Account, damit man mit all seinen Buddies kommunizieren kann. Und am besten man benutzt einen Cross-Platform-Client, damit man nicht auch mehrere Tools installieren muss. Gleichzeitig.
Sicher kann man bei mehreren Netzwerken angemeldet sein, doch wieviel kann man gleichzeitig oder parallel und entsprechend intensiv pflegen?
Echte Geeks und Nerds sind/werden sicher bei allen Netzwerken vertreten sein. Doch für denjenigen, der sich daraus einen entsprechenden Benefit erhofft, wird nur die verwenden, wo die meisten “Friends” zu finden sind.
Ich behaupte, dass es keinen Sinn macht, mehr als zwei Social Networks zu bedienen. Evtl. einen geschäftlichen und einen privaten. Alles andere ist meines Erachtens nicht mehr überschaubar.
Auf jeden Fall wird Diaspora die Social Networks erneut aufsplitten. Es wird “Überschneidungen” geben, aber es wird Facebook nicht ablösen. Jedenfalls nicht so schnell. Es wird immer mehr zur “Grüppchenbildung” in der digitalen Welt der Fans und Friends kommen.
Oder wir erleben eine Überraschung.
Ich wünsche den Jungs aus New York, dass Sie es schaffen. Keine Frage. Ob es sinnvoll ist, das lasse ich außen vor.
Via T3N
UPDATE
Harald Taglinger hat einen zum Thema passenden Kommentar bei Telepolis veröffentlicht. Könnten die Bestrebungen von Zuckerberg unter Umständen ein Eigentor sein? Könnte nun die Facebook-Flucht eintreten?
Eventuell könnte es doch eine Überraschung in der Netzwelt geben.
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